Eigentlich muss ich schon eher drüber schmunzeln aber die Aktion ist trotzdem kacke. Da sitzt man am letzten Abend am Strand, bestaunt den Sonnenuntergang und denkt sich, wie schön es hier ist, während hinter deinem Rücken deine Tasche geklaut wird. Inhalt: Video-Cam, Haus- und Autoschlüssel, Perso, Yavido Mikro aka Haarrasierer mit Popschutz und mein I Was There Obama Pin
…also nix wirklich Wichtiges, aber sehr sehr ärgerlich.
Dementsprechend gibt es auf die letzten Tage kaum Fotos, da Buzz´ Kamera ja auch seit dem Pinguin-Tag hinüber ist. Dennoch ein paar Worte zu Freitag, wenn auch ohne Pix… Ich war nämlich noch bei Mylife, um mal zu sehen, wie der Stand der Dinge ist. Linzi, die Chefin, erzählt zwar in einer Art und Weise, dass ich jetzt darüber ein Buch schreiben könnte, aber ich fasse mal kurz, was sie mir erzählte. Ein großes Problem ist, dass für die Fußball-Weltmeisterschaft alles clean werden muss und die Regierung nichts von Straßenkindern und den dazugehörigen Organisationen wissen will und versucht, die zu sabotieren. Linzi sieht sich als bzw. wird als Staatsfeind gesehen und erzählte, sie müsse sich täglich mit Attacken und Auseinandersetzten jeglicher Art rumschlagen. Mit dem Geld, was wir mit dem Konzert gesammelt haben, konnte Mylife in ein schönes großes Haus umziehen.
Vorher war das Office nur in einer Büroebene eines Hauses. Nun funktioniert das Mylife Haus/Office mehr denn jeh als Anlaufstelle für sämtliche Jungs und Mädels, die vorbeikommen, weil sie nicht im Ghetto sein wollen. Schlafen tut dort niemand, es funktioniert eher wie ein Haus der Jugend, wie wir es kennen mit Küche, Computern, Sofas etc…
Während Linzi und ich quatschten, kamen ständig Leute rein, kleine Kids, die von der Schule kamen, die zu siebzehnt nebenan bei einer Oma leben, die für sie sorgt, da ihre Eltern nicht mehr leben, im Knast sind oder einfach nicht fähig sind, Eltern zu sein. Zu jedem kennt Linzi die Geschichte. Mylife sorgt z.B. auch dafür, dass die Kids zur Schule gehen können. Linzi sagt sie hat Angst davor, dass die alte Granny, wie sie genannt wird, bald stirbt und sie dann nicht weiß, wohin mit den Kids.
Es ist nicht so einfach, mal eben jemanden zu finden, der sich um 17 kleine Kinder kümmert. Linzi kann jedenfalls unendlich viele Schicksale aufzählen und man ist immer wieder gebrainwasht nach Gesprächen mit ihr. Nach vielem hin und her hat Mylife nun endlich Land von jemanden bekommen, der sehr viel davon übrig und mit der Regierung nix am Hut hat. Im Office steht nun ein großes Modell von dem Dorf, wie es aussehen soll und die Planung kann nun beginnen. Es ist ein sehr großes Projekt mit Kooperationen zwischen Mylife und SOS Kinderdorf, Supermarktketten, Filmproduktionsfirmen etc., die in dem Dorf ihren Teil dazu beitragen, eine eigene kleine intakte Welt für die Kids zu erschaffen. Leider ist alles, was ich darüber gefilmt habe an diesem Tag, auf der Cam, die heute gestohlen wurde, aber ich versuche noch, Fotos etc. aufzutreiben.
Abends waren Arash und ich dann noch im Chevelle, dem Club wo wir letzten Samstag ja aufgelegt haben. Wir hatten so eine halbgahre Ansage, dass wir Samstag wieder dort spielen sollten und wollten das mal direkt klären. Was dann kam ist vollkommen strange: Der Typ, der uns letzte Woche gebucht hatte, zog vor uns eine theatralische Hollywood-Show ab, wie entäuscht er sei von uns und dass wir ihn abgefackt hätten und nicht das gemacht hätten, was er uns gesagt hatte bzgl. Musikstil und meinte im Weggehen, dass wir doch den anderen Booker für den Elektrofloor fragen sollen, dem wäre unsere Musik ja positiv aufgefallen. Gesagt getan.. der sagte uns sofort zu.. Samstag oo.oo-03.oo Top! da haben wir uns gefreut. Der glorreiche Ausgang ist Geschichte…
Buzz meinte wohl, gestern sei es heiß gewesen… ööhht. Heute ist es HEIß.. 38 war die Ansage und es stimmt..heute war es verdammt heiß und es lief und lief. Zum Abschluss hatten wir einige schöne Sachen aufm Zettel. Zuerst sind wir nach dem Frühstück zu einem Streetballturnier gefahren, da war aber nix los und der Platz lag eh in der prallen Sonne, so dass sich die Aktion von selbst erledigte.
Abmarsch zurück nach Hause. Jeden Sonntag findet in wohl einem der berühmtesten Botanischen Gärten der Welt ein Picknick mit Konzert statt. Die halbe Stadt tingelt dort hin und lauscht auf Decken mit selbst mitgebrachten Essen den Bands, die jeden Sonntag wechseln. Man ist umringt von Wäldern, die sich den Tafelberg hochziehen, und kann dabei noch über die Stadt gucken - ziemlich beeindruckend. Dannach ging es zum letzten Sonnenuntergang für uns, nach Clifton Beach, wo wir auch sonst immer am Strand chillten. Ich war noch im arschkalten Wasser und wir saßen rum, bis die Sonne weg war und, wie schon erwähnt, meine Tasche gleich mit. Da der Autoschlüssel auch weg war, waren wir froh, dass das Auto überhaupt noch da war. Wir mussten warten, bis der Abschlepper kam, der den Wagen mitnahm, und gingen dann was essen. Ich hab dann erstmal 36 Prawns (Garnelen) auf den Schreck verspeist.
Somit war der letzte Abend auch gelaufen. Autolos chillen wir noch zuhause und ja.. weiß auch nicht.. morgen halt letzter Tag und ab nach Hause.